Sonntag, 31. August 2014

Bobbel Boy & Bobbeline - "Flirtschule"


Lasst mich das kurz erklären. 
Es gibt nur eine einzige Möglichkeit, eine echte Manga-Zeichnung hinzubekommen und dazu muss sich jede Linie an der richtigen Stelle befinden - 
und zwar exakt an der richtigen Stelle.    

Mark Crilley *1966 - amerik. Manga-und Comiczeichner,  Autor und "YouTube-Guru"



Wo er recht hat, hat er recht ...


Bobbeline & Bobbel Boy - "Flirtschule"  Tusche, Buntstift & Pastell (24x18cm) 





























...und doch klingt Mark Crilley's gutgemeinter Rat banaler als er ist. 
Ich war schon wieder aus der "Manga-Übung" gekommen und dann ist es überhaupt nicht selbstverständlich, daß sich jede Linie an exakt der richtigen Stelle befindet...  

Die Gesichter finde ich hier recht hübsch. Die Hauttöne sind aber zu "gelblich" geraten...
 

Ob Bobbel Boy ein echter "PUA" ("PickUp Artist") ist? 
Das sind nämlich schüchterne, nette Jungs, die in (teuren) Seminaren lernen, wie MANN meisterhaft eine Frau aufreißt, mit dem Ziel, sie gekonnt flachzulegen... ;-)

Bobbel Boy ist zwar eher schüchtern, aber Bobbeline ist viel zu nett, da braucht er keine Seminare! ;-) 

Die "PickUp-Methode" ("Aufreißer-Technik" ) ist zu recht sehr  umstritten, bis hin zur völligen Ablehnung. Schließlich sollte es in erster Linie um den Charakter und die Persönlichkeit gehen, der beim Anderen "anziehend"wirkt  und dazu kommt noch eine Portion Glück, nämlich zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein - so wäre es in einer "idealen Welt".  
Bobbel Boy und Bobbeline haben es ideal getroffen. ;-)

Doch die reale Welt ist nicht "ideal" und der Fokus liegt - meiner Meinung - viel zu sehr auf den "Gewinnertypen", auf den "Helden". Weibliche Kritiker dieser umstrittenen Methode meinen, daß es eher auf den "Status" eines Mannes ankäme, was ich hier aber wenig hilfreich finde. 
Nur keine "Schwächen" zeigen - und deshalb kann ich durchaus ein gewisses Verständnis für diese "Ratsuchenden" aufbringen. 
Spielte der "Status"eines Mannes keine Rolle  und  wäre "Schüchternheit" kein Hindernis, 
sähe es anders aus...

In einem FAZ-Artikel zu diesem Thema fielen mir die  Kommentare einer Leserin (!) auf, die dieses ganze Problem sicher sehr gut auf den Punkt bringen: 

"(...) Diejenigen darunter, die ich kenne, sind eigentlich ziemlich nette Jungs.
Ich sage bewusst Jungs, weil ihnen trotz dem sie bereits um die 30 sind, das Wort am besten passt. 
Das erste Buch dazu heißt auch sehr passend "The Game", denn genau darum geht es:
Ein Spiel, dessen Regeln sie im Alter zwischen 14-20 nicht gelernt haben (das kann ganz verschiedene Gründe haben, einer z.B. hat einfach mehr Zeit mit Fremdsprachen als mit Mädchen verbracht). Das holen sie jetzt nach (...).
Und wenn ich daran denke, wie verächtlich viele Frauen auf ungeschickt flirtende Männer reagieren, kann ich nichts böses daran finden, wenn Männer versuchen, das auf ihre Art zu erlernen. Wenn Frauen netter mit netten Jungs umgehen würden, wäre das vielleicht gar nicht nötig." 
 
"Ich persönlich sage ja auch im weiblichen Bekanntenkreis: Die guten Jungs stehen am Rand der Tanzfläche, die quatschen dich nicht an. Natürlich muss man sich als Frau dann auch mal ein bissel selbst auf die Socken machen, das ist keine Schwäche. Schließlich kommt es aufs Ergebnis an.
Viele Frauen wissen einfach nicht, was sie wollen: Jemandem zum Spielen oder jemanden zum Leben. Diese Entscheidung sollte man erstmal für sich selbst treffen. Nett und böse zusammen geht eben nicht wirklich."  



Darauf die Antwort eines Lesers:

"...Das stimmt wohl, die meisten Frauen wollen doch auch gar nicht den Typ Mann, der wirklich nett ist. Ich höre so oft von Freundinnnen, daß sie sich beschweren, die Männer wären zu lieb. 3 Wochen später beschweren sie sich dann wieder, daß ein "nicht-netter" sich nicht mehr meldet. Das ewige Spiel...".


Mittwoch, 27. August 2014

Sonnenblume-Sunflower-Tournesol-Girasole #3


Blumen anzuschauen hat etwas Beruhigendes. Sie kennen weder Emotionen noch Konflikte.

Sigmund Freud (1859-1939)  österr. Begründer der Psychoanalyse



Es ist "Sonnenblumenzeit" ;-)


Sonnenblumen (#3) von meinem Balkon!  Aquarell - Watercolor (ca. 25x20cm)










































Sonntag, 24. August 2014

Erzabtei Beuron - (und Gedanken über den "bösen Kapitalismus")


Es gibt viele Religionen, aber nur eine Moral.

John Ruskin (1819-1900)



Erzabtei Beuron  Aquarell - Watercolor (25x20cm) 




























Erzabtei Beuron 


Tja, so ist das mit den "liebevollen" Religionen.
Mit Moral (und Ethik) muß das alles nämlich überhaupt nichts zu tun haben. 
Eher in dem Sinne: "Willst Du nicht mein Bruder sein, so schlage ich Dir den Schädel ein".
Oder ich  "schneide Dir den Kopf ab", was zwar höchst mittelalterlich scheint, aber doch grausamerweise - anno 2014 - also höchst aktuell ist!    
Man kann sich in sovieles "religiös" hineinsteigern und je fanatischer man dabei ist, desto mehr Köpfe werden rollen. 
Den schlechtesten Ruf scheint aber bei allen Ideologien und Religionen der "böse Kapitalismus" zu haben. Für viele ist er ja der "Teufel" persönlich und für manche ist er auch soetwas wie eine "Religion" und ich denke dabei an die "Steuerhinterzieher", die für ihre "kapitalistische Religion" in den Knast wandern!

Nur: 
"Köpfe abschneiden" scheint der ach so "böse Kapitalismus" für das denkbar schlechteste Geschäftsmodell zu halten, denn mein Kopf ist noch dran und dies obwohl ich bis heute ein lausig schlechter "Mitarbeiter" bin. 
Zäh ist er, der "böse Kapitalismus", denn er versucht mir bis heute, mit penetranter Sturheit seine Waren anzubieten. Waren die ich überhaupt nicht brauche - aber er hofft, daß ich - irgendwann - seine überflüssigen Waren vielleicht doch noch kaufe und deshalb hat er mir meinen Kopf noch nicht abgeschnitten und würde es vermutlich nie tun, denn er lauert mit einer Engelsgeduld darauf, mich doch noch irgendwann als "Kunde" zu gewinnen - vielleicht mit einem anderen Angebot. .

So funktioniert eben der "böse Kapitalismus". 
Darüber kann man sich ärgern - es kann lästig werden - 
aber: der Kopf bleibt mit höchster Wahrscheinlichkeit dran!

Deshalb gehöre ich nicht (mehr) zu denjenigen, die den "bösen Kapitalismus" vorschnell "verteufeln", denn er ist im Grunde sehr einfach strukturiert und deshalb fast wieder angenehm:
Die Ware die ich nicht bezahlen kann, bekomme ich einfach nicht. Basta!
Und ich antworte dem "bösen Kapitalismus" - gepaart mit vergnügter Lebenskunst und weit herausgestreckter Zunge:
"Die Waren die ich nicht bezahlen kann, brauche ich auch nicht! Ätsch!"  

Und wie reagiert der "böse Kapitalismus":
Er zuckt mit den Schultern, "na dann eben nicht" und probiert sein Glück woanders. 

Meinen Kopf schneidet er deswegen nicht ab - und:
Man kann mit dem "bösen Kapitalismus" diskutieren und verhandeln:
coolante Ratenzahlung - mit und ohne Anzahlung - ist fast immer möglich.

Das ist der Unterschied!



Mittwoch, 20. August 2014

Sonnenblume-Sunflower-Tournesol-Girasole #2


August -  es ist "Sonnenblumenzeit" ;-)


Sonnenblumen-Blüte (#2) von meinem Balkon!  Aquarell - Watercolor (ca. 25x20cm)








































"Sicher ist es auch Dir schon aufgefallen, daß die Menschen unserer Tage sich nicht selten kurz und bündig mit "Mensch" anreden, etwa so:
"Paß doch auf, Mensch!",
wobei das wunderbare Wort vorwurfsvoll gedehnt, gleichsam mit zwei "e" oder mit einem nasalen "ä" gesprochen wird. Ich nenne das Wort wunderbar, denn es umfaßt eindeutig unser Wesen und unsere Bestimmung im Bereich der Schöpfung. Der freilich nicht freundlich gemeinte Anruf "Mensch" soll uns wohl daran erinnern, was wir sind und wodurch wir uns beispielsweise von den Pflanzen, vom Tier, von Engeln oder Götter unterscheiden, also an die Menschlichkeit unserer Natur.  
Es ist eine sinnige Anrede, ein Name der verpflichtet. Er bedeutet im Grunde nichts Geringeres als: du bist ein Mensch, also benimm dich danach.(...)"

aus: Ernst Penzoldt: Kleine Wahrnehmungen", 1940         



Sonntag, 17. August 2014

Sonnenblume-Sunflower-Tournesol-Girasole #1


... und sie dreht sich tatsächlich MIT der Sonne! ;-)


Sonnenblumen-Blüte von meinem Balkon!  Aquarell - Watercolor (ca. 18x15cm)







































                     

Farbe wirkt auf den Geist.
Farbe ist eine Macht, die direkt 
auf die Seele wirkt.

Wassily Kandinsky  (1866-1944) russ.Maler



Gelb
psychologische Wirkung:  
baut Ängste ab, Aufmunterung, Optimismus, Klarheit, Wärme, kann nervös machen durch zuviel Anregung


"Gelb ist die Farbe der Kommunikation, der Ausweitung und des Austausches sowie der Offenheit. Wenn Sie ein monochromes Bild malen, werden Sie sogleich bemerken, daß Gelb schwer nur in eine Farbfläche zu bannen ist. Es will ausstrahlen wie der Geist beziehungsweise der Intellekt."

"Gelb lässt in der Tat etwas leichter erkennen, weil ein gelber Gegenstand größer wirkt, als er in Wirklichkeit ist. Deswegen war Gelb in China die Farbe des Kaisers, der mit dieser Farbe seine Größe unterstützte. In Europa waren verständlicherweise die mit Gelb Diskriminierten neidisch auf die anderen Mitglieder der Gesellschaft. Von daher stammt der gelbe Neid, aber auch davon, dass einem bei Neid und Eifersucht nach Vorstellung des Hippokrates die gelbe Galle aufstößt."

"Gelb wurde oft als weibliche Farbe angesehen, was unter anderem daran liegt, dass der Geist in der Antike als weiblich betrachtet wurde (Sophia). Besonders der Taoismus (eine verbreitete Ausprägung der chinesischen Philosophie) sieht die weibliche Seite sowohl beim Mann als auch bei der Frau als von gelber Energie geprägt. In unserem Kulturkreis ist es die germanische Liebesgöttin Freya, die stets gelb dargestellt wird. Dazu kommt noch, dass im antiken Griechenland Göttinnen und Jungfrauen safrangelbe Kleider trugen."

 "Vom Ende des 19. bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war Gelb allerdings derart beliebt, dass man diese Zeit "das gelbe Zeitalter" nannte.  Gelbe Seidenkleider galten bei Frauen als hochmodern und äußerst erotisch. Henry Toulouse-Lautrec (1864-1901) trug nicht zuletzt zur Beliebtheit des Gelb durch seine Plakate bei, auf denen er ausgiebig ein leuchtendes Gelb benutzte."  

"Gelb ist nicht nur der positiven Seite des Geistes verbunden, sondern auch seiner negativen, nämlich dem Wahnsinn. Psychotische und speziell schizophrene Künstler fühlen sich zur Farbe Gelb hingezogen. Das zeigt nicht zuletzt das bekannte Beispiel des niederländischen Malers Vincent van Gogh, der als Meister der Farbe Gelb gilt, sondern auch die in der Prinzhorn-Sammlung vereinigten Bilder von psychiatrischen Patienten. Der verwirrte Geist möchte sich wahrscheinlich mit dieser reinen Farbe klären. 
So werden auch beim Farbheilen mit Gelb Blockaden gelöst und eine positiv angeregte Grundstimmung geschaffen.  

Gelb harmonisiert das Nervensystem, wirkt antidepressiv und stärkt die Konzentration."


Quelle:
Klausbernd Vollmar "Sprache und Macht der Farben", ars momentum 2007
              
                    



Mittwoch, 13. August 2014

Kloster Blaubeuren #'2


Das Häßliche, das lehrt die Erfahrung, läßt sich viel leichter beschreiben, während das Schöne, je schöner es ist, um so unbeschreiblicher wird. Es ist das eigentliche geheime Maß für die Betrachtung aller Natur und Kreatur. Es ist das ordnende Prinzip der Schöpfung. Wann immer in meinem Leben ich etwas Schönem begegnet bin, war es wie ein Wiedersehen oder wie eine Antwort auf eine schon lange darauf wartende Sehnsucht.

Ernst Penzoldt (1892-1955) dt. Schriftsteller, Bildhauer, Maler, Zeichner und Karikaturist  



Kloster Blaubeuren  Aquarell - Watercolor (25x20cm) 





























Kloster Blaubeuren  (Link)



Thomas Mann schrieb über Ernst Penzoldt:

Alles wurde gut, freundlich, stachellos, unpolemisch in seinem Munde, auch wenn es aus bitterem Leiden kam, er tat das Gute und redete zum Guten, eine Stimme in der Wüste natürlich; aber die Wüste schien bewohnbarer zu werden durch sein gütliches Wort.


Ernst Penzoldt werde ich in nächster Zeit in diesem Blog öfter zitieren. Ich denke er ist ein wunderbarer "Seelenbalsam", eine "Therapie", ein "Gegengewicht" zur aktuellen Weltpolitik, die einem  zunehmend den Schlaf raubt...

Der Dichter & Maler Hermann Hesse meldete sich 1914, beim Ausbruch des 1.Weltkrieges freiwillig zur Kriegsgefangenenfürsorge. Er lebte bereits seit 1912 fest in der Schweiz. Er baute dort - vielfach auf eigene Kosten - "die Bücherzentrale für Deutsche Kriegsgefangene" auf. 
Er versorgte die Kriegsgefangenen mit Gedichtbänden und weiterer schöngeistigen Literatur, um sie auf andere Gedanken zu bringen, damit sie nie vergessen, daß es auch noch anderes in "dieser Welt" gibt! 
Ein wunderbarer friedensstiftender und praktischer Beitrag!
Umsoweniger ist für mich zu begreifen, daß Hermann Hesse - von manchen - sehr gerne als "weltfremd" bezeichnet wurde und wird...

  
        

Sonntag, 10. August 2014

Liebe Gesichter #1 - Marilyn

Hermann Hesse
Über Gewaltpolitik, Krieg und das Böse in der Welt (1955) #1
Brief an einen Friedensfreund, der als deutscher Soldat Stalingrad erlebt hat 

                                                                                                                  Montagnola, im Februar 1955
"Ihre Betrachtungen über Weltgeschichte, Krieg und Sinn oder Unsinn des Ganzen kommen meinen eigenen Gedanken nahe, wir sind nicht weit voneinander. Doch kommt es für unser Verhalten im Leben nicht so sehr auf unsere Gedanken an als auf unseren Glauben.  

Ich glaube an keine religiöse Dogmatik, also auch nicht an einen Gott, der die Menschen geschaffen und es ihnen ermöglicht hat, den Fortschritt vom Einandertotschlagen mit Steinbeilen bis zum Töten mit Atomwaffen auszubilden und auf ihn stolz zu sein. Ich glaube also nicht, daß diese blutige Weltgeschichte ihren "Sinn" im Plan eines überlegenen göttlichen Regenten habe, der sich damit etwas für uns nicht Erkennbares, aber Göttliches und Herrliches ausgedacht habe.

Aber dennoch habe ich einen Glauben, ein zum Instinkt gewordenes Wissen oder Ahnen um einen Sinn des Lebens. Ich kann aus der Weltgeschichte nicht schließen, daß der Mensch gut, edel, friedliebend und selbstlos sei, aber daß unter den ihm gegebenen Möglichkeiten auch diese edle und schöne Möglichkeit besteht, das Streben nach Güte, Frieden und Schönheit, vorhanden sei und unter glücklichen Umständen zur Blüte gelangen könne, das glaube und weiß ich gewiß, und wenn dieser Glaube einer Bestätigung bedürfte, so fände er in der Weltgeschichte neben den Eroberern, Diktatoren, Kriegshelden und Bombenherstellern auch die Erscheinungen Buddha, Sokrates, Jesus, die heiligen Schriften der Inder, Juden, Chinesen und alle die wunderbaren Werke friedlichen Menschengeistes in der Welt der Kunst. Ein Prophetenkopf aus dem Figurengewimmel am Portal eines Domes, ein paar Takte Musik von Monteverdi, Bach, Beethoven, ein Stückchen Leinwand von Rogier, von Guardi oder Renoir bemalt genügen, um dem ganzen Macht- und Kriegstheater der brutalen Weltgeschichte zu widersprechen und eine andere, beseelte, in sich beglückte Welt darzutun. Und überdies haben die Werke der Kunst weit sicheren und längeren Bestand als die Werke der Gewalt, sie überdauern sie um Jahrtausende (...)." - Fortsetzung folgt.
 
Hermann Hesse: Brief an einen Friedensfreund, der als deutscher Soldat Stalingrad erlebt hat
(aus: "National-Zeitung", Basel, vom 27.2.1955)
Dieser Brief erschien in der zweibändigen Hesse-Ausgabe "Politik des Gewissens"
Hrsg. Volker Michels, suhrkamp taschenbuch 1981
(Ich habe 2002 - anläßlich "125 Jahre Hermann Hesse" die große Ehre gehabt, Volker Michels persönlich kennenzulernen.

Er ist ein wunderbarer Mensch). 


Marilyn Monroe - Aquarellstudie - Watercolor (ca. 24x22cm)




Vor drei Tagen besuchte mich eine liebe Freundin, der ich eröffnete, daß ich ab jetzt nur noch "zähnefletschende, aggressive, wilde Monster" zeichnen wolle. 
Ich begründete dies mit der aktuellen weltpolitischen Lage und zeigte ihr erste Skizzen. 
Sie schaute mich darauf recht erstaunt und auch etwas erschrocken an und meinte, daß ich doch sonst immer so hübsche Gesichter zeichnen würde. 

Daraufhin bin ich in mich gegangen und habe dabei o.g. Text von Hermann Hesse wiederentdeckt.
Es bringt nichts, wenn man "aggressive Fratzen" mit "aggressiven Fratzen" erwidert.
Am Ende schadet man sich dabei nur selber. Es wird immer finsterer im Innern - und schließlich sieht man nur noch schwarz und noch mögliche Auswege werden nicht mehr als solche erkannt.

In dieser Situation habe ich mich mal wieder an ein "Aquarellportrait" gewagt. 
Ein liebes, freundliches Gesicht, welches nicht nur "lieb guckte", sondern auch - weltweit - historisch bestätigt: Lieb gewesen ist!

Und siehe da: 
Nicht nur in meinen Innern wurde es spontan wieder heller, sondern auch die "Zukunft" erscheint nicht mehr ganz so düster (siehe o.g. Text von Hermann Hesse). 




...und noch eine ergänzende Audio-Kostprobe:
Hermann Hesse  - Brief an einen Kommunisten  (1931)






Wir Geistigen haben, allen Dampfwalzen und Normierungen zum Trotz, das Differenzieren zu üben und nicht das Verallgemeinern. Hermann Hesse 1949